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Der Finanzmarkt in Brasilien

Dienstag, 27. Januar 2009

Der Brasilianische Finanzmarkt ist zunehmend in das internationale Finanzsystem integriert. Den Mittelpunkt des Brasilianischen Finanzmarktes bilden die internationalen und nationalen Banken und der Aktienmarkt. Zweiterer wird dabei durch eine hohe Transparenz (im Vergleich zu anderen BRIC-Staaten) und Teilnahme internationaler Akteure gekennzeichnet. Auch in Amerika und Europa werden Brasilianische Firmen mittels ADRs gehandelt. Heutige Zentralbank Brasiliens ist die Banco Central do Brasil. Die frühere Zentralbank Banco do Brasil gab 1986 diese Funktion ab und ist mittlerweile die größte Bank Brasiliens. Größte Regionalbank ist daneben die Banco do Estado de São Paulo. Zu den größten Privatbanken Brasiliens gehören die Banco Bradesco, die Banco Itaú, die UNIBANCO, die HSBC sowie die Banco Real. Die größten Banken sind dabei mittlerweile zumeist international tätig. Daneben existieren lokale Banken (Caixa), die den Bundesstaaten, oder Bezirken zuzurechnen sind, bzw. privatisiert wurden.

Mittlerweile sind auch viele der großen deutschen Banken wie die Deutsche Bank, Dresdner Bank, Commerzbank, Landesbank Baden-Württemberg, HypoVereinsbank, WestLB und BHF-Bank in Brasilien vertreten.

Internationalem Kapital sind wenig Schranken gegeben. Der Brasilianische Real kann frei gegen andere Währungen floaten, jedoch kann die Regierung mittels der Zentralbank durch sog. Open Market Aktionen Einfluss darauf ausüben.

Eine zunehmend wichtigere Rolle kommt lokalen Asset Managern wie Maua Investimentos zu, welche zunehmend zu einer eigenständigen Entwicklung brasilianischer HedgeFunds und Private Equity Gesellschaften beitragen und so die Abhängigkeit von internationalen Managern verringern und den Derivatemarkt ausweiten. Viele dieser Brasilianischen Beteiligungsunternehmen haben auch Projekte in anderen Lateinamerikanischen Ländern.

Eine wichtige Grundlage der weiteren Entwicklung liegt neben den politischen Rahmenbedingungen auch in der universitären Ausbildung. Einige Universitäten, wie etwa die PUC in Rio, oder die USP in Sao Paulo sind stark mit lokalen Finanzakteuren vernetzt und verfügen über eine gute Reputation in Lateinamerika.

Ausländische Direkt Investitionen (ADI) erreichten 18.2 Milliarden US$ im Jahre 2004 und Brasilien stieg auf den siebten Platz in der von AT Kearney publizierten Liste der attraktivsten ADI-Laender.