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Belo Horizonte

Samstag, 02. Mai 2009

Belo Horizonte (portugiesisch für schöner Horizont) gehört zu den wichtigsten Städten Brasiliens. Es ist die Hauptstadt des Bundesstaates Minas Gerais und liegt im Südosten des Landes. Mit einer Bevölkerung von rund 3,1 Millionen Einwohnern ist Belo Horizonte, oder „BH“ (sprich „beagá“), wie es häufig genannt wird, ein Wirtschafts- und Kulturzentrum.

Belo Horizonte wurde von einem Goldsucher aus São Paulo namens João Leite da Silva Ortiz gegründet. Er war in die Region gekommen, fand ein akzeptables Klima vor und entschloss sich zur Gründung eines Bauernhofs mit dem Namen Curral Del Rey (veraltetes Portugiesisch für „Corral (Umzäunung, Pferch) des Königs“). Die Prosperität des Bauernhofs zog mehr Leute in die Region.

Das Dorf wuchs und als Brasilien 1889 Republik wurde, wählte man Curral Del Rey zur neuen Hauptstadt von Minas Gerais. Es löste damit Ouro Preto in dieser Funktion ab. Den Namen Belo Horizonte und den Status als Hauptstadt erhielt die Stadt aber erst am 12. Dezember 1897, der somit als amtliches Geburtsdatum der Stadt gilt.

Ein interessanter Punkt ist, dass die Straßen von BH durch den Stadtplaner Aarão Reis in einem schachbrettartigen Muster mit diagonal verlaufenden Hauptalleen geplant wurden. Da die Straßen nach Persönlichkeiten und Daten aus der brasilianischen Geschichte einerseits und Regionen Brasiliens andererseits benannt wurden, kann man sich in der Innenstadt auch heute noch mit entsprechenden Kenntnissen in Geografie und Geschichte Brasiliens orientieren. Das rasche Wachstum der Stadt, besonders in den letzten zwanzig Jahren des 20. Jahrhunderts, überrundete jedoch seine Planung bei weitem und die Stadt steht jetzt großen Infrastrukturproblemen gegenüber. Ungefähr 20 Prozent der Bevölkerung haben keinen Zugang zur Kanalisation.

Seit 2001 ist Pimentel (PT) Bürgermeister von Belo Horizonte, er wurde 2004 mit 68,5 Prozent der Stimmen wieder gewählt.

In der Metropolregion von Belo Horizonte (mit den Orten Betim, Sete Lagoas und Contagem) befinden sich die meisten Industriebetriebe von Minas Gerais. Es handelt sich meist um verarbeitende Betriebe der Metallindustrie und der Textilindustrie. In Betim betreibt der italienische Automobilbauer Fiat ein Werk. Die deutsche Auslandshandelskammer ist in Belo Horizonte mit einer Zweigstelle vertreten.

Die Hauptlast des öffentlichen Nahverkehrs in Belo Horizonte wird durch Busse getragen, die auf den großen Hauptverkehrsachsen teilweise über eigene Busspuren verfügen. Es gibt zudem eine überirdisch verlaufende S-Bahn-Linie (metrô terrestre), eine weitere Linie sollte noch 2004 in Betrieb genommen werden.

Belo Horizonte verfügt über zwei Flughäfen. Der nur etwa neun Kilometer vom Stadtzentrum entfernte Flughafen Pampulha (PLU/SBBH) hatte Inlandsverbindungen zu zahlreichen brasilianischen Städten bis zum April 2005. Im Jahr 2002 wurden hier rund 89.000 Flugzeugbewegungen registriert und etwa drei Millionen Passagiere abgefertigt. Seit dem 22. April 2005 gibt es nur noch Verbindungen innerhalb von Minas Gerais. Der internationale Flughafen Tancredo Neves (CNF/SBCF) in Confins hatte bis dahin nur etwa ein Drittel dieses Passagieraufkommens und wurde nur mit etwa zehn Prozent seiner möglichen Kapazität genutzt. Heute ist dies ein vielfaches. Zudem wurde die Zufahrt durch die “linha verde” (grüne Linie) erheblich erleichtert. In 25 Minuten ist man mit dem Auto in downtown BH. Vierspurig, beleuchtet und ohne Löcher im Belag.

Der Clube Atlético Mineiro (”Galo”) und Cruzeiro EC spielen in der Serie A, der höchsten Spielklasse im brasilianischen Fußball. Ferner spielen die Damen- und Herrenmannschaften des Minas Tenis Clube Volleyball auf Weltniveau in der brasilianischen Superliga.

Im nahe gelegenen Stadtteil von Pampulha befindet sich eine Ansammlung wichtiger Gebäude, besonders der Capela de São Francisco de Assis (Igreja da Pampulha), entworfen vom berühmten brasilianischen Architekten der modernen Schule, Oscar Niemeyer. Sehenswert sind auch der „Mangabeiras“-Park und der Stadtpark. Der erste liegt in der Südstadt und schenkt den Besuchern einen wunderschönen Blick über die Metropole. In Pampulha befindet sich auch das größte Fußballstadion von Minas Gerais, das Mineirão.

Brasiliens wichtigste Städte und Ballungsgebiete

Mittwoch, 28. Januar 2009

Die bevölkerungsreichsten Großräume (jeweils mit ihrer Hauptstadt) sind São Paulo mit ca. 20,5 Mio. Einwohnern (2005), Rio de Janeiro mit ca. 11,4 Mio. (2005), Belo Horizonte mit ca. 4,3 Mio. (2002), Porto Alegre mit ca. 4 Mio. (2004), Recife mit ca. 3,6 Mio. (2005), Fortaleza und Salvador da Bahia mit jeweils ca. 3,4 Mio. (2005) und Brasília mit ca. 2,2 Mio. Einwohnern.

São Paulo ist die größte Stadt Brasiliens, Südamerikas und gleichzeitig auch die größte der südlichen Hemisphäre und der wirtschaftliche Motor Brasiliens. São Paulo ist das größte deutsche Investitionszentrum außerhalb der EU und den USA. Als industrielles Zentrum des Landes zieht die Stadt kontinuierlich Einwanderer an, so dass sich die Einwohnerzahl innerhalb von 40 Jahren verdoppelte. Dieser rapide Bevölkerungszuwachs brachte der Stadt eine vorrangige Stellung in Bezug auf Finanzen, Kultur und Wissenschaft ein, aber auch Verkehrsprobleme, Umweltverschmutzung und Kriminalität.

Rio de Janeiro war fast 200 Jahre lang Hauptstadt Brasiliens, bis im Jahre 1960 Brasília zur Kapitale ernannt wurde. Trotzdem ist Rio de Janeiro die bekannteste Stadt des Landes. Bei Touristen ist sie beliebt wegen des Karnevals und der Strände, die zu den schönsten der Welt zählen. Der Tourismus hat in Rio einen hohen wirtschaftlichen Stellenwert, aber auch produzierende Industrie ist in der Stadt beheimatet. Abseits der Urlaubszentren hat die Stadt mit den typischen Problemen einer Großstadt zu kämpfen, vorrangig mit Kriminalität und Armut großer Bevölkerungsteile.

Die Hauptstadt Brasília wurde in den 1960er Jahren innerhalb von drei Jahren erbaut. Es handelt sich um eine klassische Planhauptstadt. Sie wurde von Lúcio Costa im Auftrag des damaligen Präsidenten Kubitschek geplant, Oscar Niemeyer entwarf die Regierungsgebäude. Brasília sollte ursprünglich als glänzendes städtisches Vorbild dienen. Allerdings ging die Entwicklung in wichtigen Punkten nicht so voran, wie es die Pläne vorsahen, und so ist Brasília in den äußeren Bezirken mittlerweile ebenfalls von Favelas geprägt. Heute hat die Stadt knapp 200.000 Einwohner, die Metropolregion zählt etwa 2,2 Millionen Menschen.

70 % der Bevölkerung Brasiliens lebt in den Großstädten.