Archiv für die Kategorie ‘Wirtschaft’

Architektur in Brasilien

Freitag, 27. März 2009

Im Amazonasbecken herrschen die primitiven Indianerhütten vor, in anderen Bundesstaaten, zum Beispiel Minas Gerais, sind dagegen prachtvolle und historische Städte, erbaut im Barock, und ebenso prachtvoll dekorierte Kirchen zu finden (Ouro Preto, Mariana, Congonhas). Kolonialarchitektur bestimmt in einigen Küstenstädten des Nordosten noch das Bild (Olinda). Die größten Architekten des Landes Oscar Niemeyer, der als Wegbereiter der brasilianischen Architektur gilt, sein früherer Dozent Lúcio Costa und Roberto Burle-Marx gestalteten gemeinsam den schönsten brasilianischen Wohnpark „Pampulha“ in Belo Horizonte. Niemeyer hat weltweit schon einige Gebäude entworfen. So stammen der New Yorker Hauptsitz der UN oder das aufsehenserregende Parteigebäude der Kommunistischen Partei Frankreichs aus seiner Feder. Der damalige Initiator war der spätere Präsident Juscelino Kubitschek, der in einer seiner ersten Amtshandlungen als mächtigster Mann im Staat das dreiköpfige Team erneut zusammenrief, um das Projekt Brasília zu beschließen.

Denn die Hauptstadt Brasília ist Höhepunkt brasilianischer Architektur, sie wurde erst in den 1960er Jahren errichtet und unterliegt einem genauen Plan. Nach einer Ausschreibung, bei der der Sieger mit Lúcio Costa schon vorher feststand, plante Costa den Aufbau der Stadt, Niemeyer war wie schon in Pampulha für die meisten Gebäude zuständig und Burle-Marx entwarf Plätze und Parks. Brasília ist heute berühmt für modernistische Gebäude.

Die Medienlandschaft in Brasilien

Montag, 02. März 2009

Im Jahre 2002 wurde die Verfassung in der Hinsicht verändert, dass die Anteile ausländischer Unternehmen an den nationalen Medien nicht größer als 30 % sein dürfen.

In Brasilien gibt es etwa 380 Tageszeitungen. Die bekanntesten von ihnen sind Folha de São Paulo, O Estado de São Paulo, O Día und O Globo. Letztere gehört zur Globo-Gruppe, die die brasilianische Medienlandschaft beherrscht, und der vorgeworfen wird, einzelne Parteien oder Kandidaten zu favorisieren. Rede Globo ist auch einer der Marktführer, was die Produktion an Telenovelas angeht. Rund 80 % der Produktionen werden exportiert. Ihre jetzige Stellung wird aber von internationalen Konzernen und dem Internet bedroht.

Es gibt einen staatlichen Radiosender neben über 2.900 privaten Stationen. In ganz Brasilien gab es 1997 etwa 70 Millionen Radiogeräte. Darüber hinaus gibt es 19 staatliche und etwa 250 private Fernsehsender. Die Reichweite des Mediums Fernsehen ist in Brasilien relativ groß: 90,3 % der Haushalte hatten 2003 einen Fernseher.

Im Jahre 1999 gab es 200 Internetdienstanbieter. Fünf Jahre später (2004) galten gut 19,3 Millionen Brasilianer als Internet-User. Eine Zensur des Online-Angebots gibt es nicht.

Der Finanzmarkt in Brasilien

Dienstag, 27. Januar 2009

Der Brasilianische Finanzmarkt ist zunehmend in das internationale Finanzsystem integriert. Den Mittelpunkt des Brasilianischen Finanzmarktes bilden die internationalen und nationalen Banken und der Aktienmarkt. Zweiterer wird dabei durch eine hohe Transparenz (im Vergleich zu anderen BRIC-Staaten) und Teilnahme internationaler Akteure gekennzeichnet. Auch in Amerika und Europa werden Brasilianische Firmen mittels ADRs gehandelt. Heutige Zentralbank Brasiliens ist die Banco Central do Brasil. Die frühere Zentralbank Banco do Brasil gab 1986 diese Funktion ab und ist mittlerweile die größte Bank Brasiliens. Größte Regionalbank ist daneben die Banco do Estado de São Paulo. Zu den größten Privatbanken Brasiliens gehören die Banco Bradesco, die Banco Itaú, die UNIBANCO, die HSBC sowie die Banco Real. Die größten Banken sind dabei mittlerweile zumeist international tätig. Daneben existieren lokale Banken (Caixa), die den Bundesstaaten, oder Bezirken zuzurechnen sind, bzw. privatisiert wurden.

Mittlerweile sind auch viele der großen deutschen Banken wie die Deutsche Bank, Dresdner Bank, Commerzbank, Landesbank Baden-Württemberg, HypoVereinsbank, WestLB und BHF-Bank in Brasilien vertreten.

Internationalem Kapital sind wenig Schranken gegeben. Der Brasilianische Real kann frei gegen andere Währungen floaten, jedoch kann die Regierung mittels der Zentralbank durch sog. Open Market Aktionen Einfluss darauf ausüben.

Eine zunehmend wichtigere Rolle kommt lokalen Asset Managern wie Maua Investimentos zu, welche zunehmend zu einer eigenständigen Entwicklung brasilianischer HedgeFunds und Private Equity Gesellschaften beitragen und so die Abhängigkeit von internationalen Managern verringern und den Derivatemarkt ausweiten. Viele dieser Brasilianischen Beteiligungsunternehmen haben auch Projekte in anderen Lateinamerikanischen Ländern.

Eine wichtige Grundlage der weiteren Entwicklung liegt neben den politischen Rahmenbedingungen auch in der universitären Ausbildung. Einige Universitäten, wie etwa die PUC in Rio, oder die USP in Sao Paulo sind stark mit lokalen Finanzakteuren vernetzt und verfügen über eine gute Reputation in Lateinamerika.

Ausländische Direkt Investitionen (ADI) erreichten 18.2 Milliarden US$ im Jahre 2004 und Brasilien stieg auf den siebten Platz in der von AT Kearney publizierten Liste der attraktivsten ADI-Laender.