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Die brasilianische Flagge

Dienstag, 17. November 2009

Die Flagge Brasiliens zeigt eine gelbe Raute auf grünem Grunde.

Die Farben stehen ursprünglich nicht für das Grün der weiten Urwälder und die zahlreichen Bodenschätze (gelb) des Landes. Grün ist vielmehr die Farbe des Hauses Braganza, Gelb die der Habsburger.

Der blaue Bereich in der Raute stellt den Himmel über Rio de Janeiro am 15. November 1889 um 8:30 Uhr dar – der Ort und die Zeit der Proklamation der Republik. Per Gesetz muss die Abbildung so sein, als befände sich der Betrachter im All und schaue durch die Sternbilder auf Brasilien. Die 27 Sterne (seit 1992) stehen für die 26 Bundesstaaten und den Bundesdistrikt. Die Anzahl der Sterne steigerte sich von 21 (1889 – 1960) auf 22 (1960 – 1968) und auf 23 (1968 – 1992).

Das portugiesische Motto ordem e progresso (Ordnung und Fortschritt) des weißen Spruchbandes geht auf den Franzosen Auguste Comte zurück, dessen Philosophie (der Positivismus) die Gründerväter der Republik anhingen.

Zur Geschichte der brasilianischen Nationalflagge: Anlässlich der Unabhängigkeitserklärung von Portugal nahm Brasilien am 18. September 1822 eine grüne Flagge mit einer gelben Raute an, deren Ecken den Rand der Flagge berührten. Die Farben der Flagge gehen auf den brasilianischen Kaiser Pedro I. zurück, der Grün, die Farbe seines Hauses (Bragança), anlässlich seiner Eheschließung mit Maria Leopoldine von Österreich mit dem Gelb der Habsburger verband. In der Mitte der Flagge erschien ein gekrönter grüner Schild, der von grünen Kaffee- und Tabakzweigen umgeben war. Auf dem Schild lag eine weiße Scheibe mit dem karmesinroten Kreuz des Christusordens in der Mitte. Dezember 1822 wurde das Kaiserwappen in die Mitte der Flagge gesetzt.

1889 wurde der letzte brasilianische Kaiser (Pedro II.) gestürzt. Die Republik ersetzte das kaiserliche Wappen auf der Flagge durch eine blaue Himmelskugel mit den Sternen des südlichen Himmels, durchzogen von einem weißen Band, das die Aufschrift Ordem e progresso trägt. Die Sterne auf der Flagge stellen den Himmel über Rio de Janeiro am 15. November 1889 dar, den Ort und dem Zeitpunkt, an dem die Republik ausgerufen wurde. Dabei wurde auch die gelbe Raute auf der grünen Fläche auf die jetzige Größe verkleinert.

Die aktuelle Darstellung der Flagge wurde durch das Flaggengesetz Nr. 8421 am 11. Mai 1992 angenommen.

Brasiliens Umwelt

Donnerstag, 19. Februar 2009

Der tropische Regenwald im Amazonasgebiet ist eines der größten unberührten Waldgebiete der Welt. Landnutzugsänderungen vor allem für plantagenartige Land- und Forstwirtschaft zerstören diese Unberührtheit, aber auch Infrastrukturprojekte wie neue Straßen (zum Beispiel die Transamazônica und die Perimetral Norte) tragen ihren Teil dazu bei. Dabei wirkt sich nicht nur der Flächenverbrauch durch das Bauobjekt selbst aus; durch Straßen erschlossene Gebiete des Regenwaldes werden so erschließbar für anschließende Umwandlungen und illegalen Holzeinschlag. Ein weiterer Faktor ist deshalb die Holznutzung. Das Holz aus diesen Wäldern wird von der lokalen Bevölkerung genutzt (z. B. als Feuerholz, oder bereits in Brasilien selbst zu höherwertigen Produkten wie Sperrholz, Zellstoff oder Baumaterial verarbeitet. Das Holz wird teilweise auch international gehandelt. In Brasilien gibt es rund 2.500 Unternehmen, die tropisches Hartholz kaufen und verkaufen. Die meisten von ihnen sind ausländische Großunternehmen. Zwar ist Mahagoni mittlerweile gesetzlich geschützt, der Handel aber geht illegal weiter.

Die Schäden entstanden früher auch im Zusammenhang mit den Goldgräbern Brasiliens, den so genannten Garimpeiros. Zum Auswaschen des Goldes verwendeten sie Quecksilber in verhältnismäßig hohen Mengen. Diese gelangten schließlich in die Böden bzw. das Grundwasser und führten zu einer Verseuchung des Amazonasgebiets.

2006 wurden 14.039 km² Regenwald vernichtet, 2005 waren es noch 18.793 km². Von August 2003 bis August 2004 wurden in Brasilien 26.130 km² Regenwald vernichtet (das entspricht fast der Fläche Brandenburgs). Den Rückgang des Verlustes von Primärwald führte die Regierung Brasiliens auf die Durchsetzung ihrer Umweltstandards zurück, Umweltschützer sehen die Stärke des Real und die fallenenden Sojapreise als Gründe. In den letzten fünf Monaten des Jahres 2007 gingen in Brasilien jedoch 3.235 km² verloren, alleine im Dezember 2007 sogar 948 km². In der Folge beriet im Januar 2008 ein Notfallkabinett der brasilianischen Regierung über Maßnahmen. Die Behörden zum Schutz des Regenwaldes haben unter Geld- und Personalmangel, sowie Korruption zu kämpfen. Dennoch konnte 2002 das weltweit größte Schutzgebiet eines tropischen Regenwalds im Norden Brasiliens gegründet werden.

Brasilien hat Mitte 2008 einen Fonds zum Schutz des Amazonas-Regenwaldes ins Leben gerufen und erstmals einen Zusammenhang zwischen diesem Schutz und der globalen Erwärmung akzeptiert, so die Umweltschutzorganisation Greenpeace. Die Regierung plant bis zum Jahr 2021 Investitionen von mehreren Millionen Euro in Alternativen zur Rodung durch die Amazonasbevölkerung zu investieren und die Erhaltung und nachhaltige Entwicklung zu fördern. Laut einem brasilianischen Minister duldet das Land aber keine ausländische Beeinflussung in seine Amazonas-Politik.

Da Regenwaldboden nährstoffarm ist, ist er auf die Wiederverwertung der Mineralstoffe im Laub angewiesen. Bei solch feuchtem Klima zersetzen Mikroorganismen das Laub in recht kurzer Zeit. Wenn aber kein Wald und damit auch kein Laub mehr auf dem Boden liegen, trocknet er aus und es kommt zu Erosion. Sind die gerodeten Flächen nun größer, kann sich der Wald dort nicht regenerieren. Bäume binden Kohlendioxid, das den Treibhauseffekt auslöst. So sind an den Treibhausabgasausstößen des Landes Brandrodungen mit 75 % beteiligt, während die Verbrennung fossiler Brennstoffe nicht einmal ein Viertel ausmachen. Im Amazonasgebiet leben viele Tier- und Pflanzenarten. Diese Arten können ohne Regenwald nicht überleben.

Ein weiteres Umweltproblem ist der Bauxit- und Goldtagebau, der die Flüsse verschmutzt und die indigene Bevölkerung gefährdet. 2000 erlitt der Fluss Iguaçu eine Ölpest. Ein Jahr später sank vor der brasilianischen Küste die größte Ölplattform der Welt und bedrohte das dortige Ökosystem. In den Städten hat man mit Luftverschmutzung und Abwasserproblemen zu kämpfen.

In Brasilien wird dem Kraftstoff eine gewisse Menge Alkohol beigemischt. Neben umwelttechnischen Gründen (Reduzierung der Schadstoffemissionen) ist dafür hauptsächlich der Kostenfaktor verantwortlich: Ethanol ist bis zu zweimal billiger als Automobil- und bis zu viermal billiger als Flugbenzin. Der Anteil an Ethanol im Benzin ist gesetzlich geregelt und wurde 2006 von ehemals 25 % auf 20 % gesenkt. In Brasilien ist es möglich mit Autos zu fahren, die einen Ethanol-, Benzin- oder einen Flex-Fuel-Motor besitzen. Das dreimillionste Flex-Fuel-Auto wurde im Dezember 2005 verkauft und auch die ersten Flugzeuge fliegen mit Ethanol, was die Luftverschmutzung insgesamt reduziert. Das erste mit Alkohol betriebene Flugzeug der Welt, die EMB-202 Ipanema, wurde 2002 von Embraer in Brasilien gebaut. Brasilien ist der viertgrößte Auto- und mit 12000 Flugzeugen der zweitgrößte Flugzeug-Produzent der Welt.

Brasilien hat sich an diesen Umweltabkommen beteiligt: Ramsar-Konvention (1971), Washingtoner Artenschutzübereinkommen CITES (1973), Biodiversitäts-Konvention (1992), Basler Konvention (1989), Rahmenübereinkommen über Stoffe, die zum Abbau der Ozonschicht führen, Kyoto-Protokoll (1997).

Tourismus in Brasilien

Donnerstag, 19. Februar 2009

Der Tourismus ist in Brasilien noch nicht sehr bedeutend und macht nur etwa 0,5 % des Bruttosozialprodukts aus, der weltweite Durchschnitt liegt bei 10 %. Die jährliche Besucherzahl liegt bei etwa 4,8 Millionen. Beliebt sind vor allem die Strände und der Karneval von Rio de Janeiro , die Hauptstadt Brasília, das Amazonasbecken, der Nordosten mit seinen Stränden und Kultur und die Wasserfälle von Iguaçu. Die relativ geringe Anzahl an Touristen (auf einen Besucher kommen in Brasilien 37 Einheimische, in Deutschland nur etwa 4,6) ist auf verschiedene Faktoren zurückzuführen. Die Infrastruktur muss ausgebaut werden. Die In- und Auslandsflüge sind teuer, da es im ganzen Land noch wenige Charterflüge gibt. Der Nordosten, sehr beliebt bei den Inlandtouristen, wird langsam von den Europäern entdeckt. Nicht nur die Natur und die reiche Kultur sondern auch die Entfernungen spielen eine Rolle. Fortaleza, zum Beispiel, liegt ca. 7 Flugstunden von Lissabon und ca. 8 Flugstunden von Madrid entfernt. Es gibt mittlerweile direkte Flüge (Sowohl Charter- als auch Linienflüge) aus verschiedenen europäischen Städten nach Fortaleza, Natal, Recife und Salvador. Ab Kap Verde mit der TACV fliegt man weniger als 4 Stunden nach Fortaleza. Es gibt auch Direktflüge aus Cayenne (französisch Guayana) und Helsinki, zum Beispiel.

Sprachen

Dienstag, 17. Februar 2009

Brasilien ist das einzige portugiesischsprachige Land Amerikas. Das brasilianische Portugiesisch hat einen eigenen Charakter. Es unterscheidet sich in der Aussprache und durch eine leicht abgewandelte Orthografie und Grammatik von der europäischen Variante. Das (brasilianische) Portugiesisch ist alleinige Amtssprache und für mindestens 97 % der Bevölkerung Muttersprache. Die Indianersprachen werden nur noch von etwa 0,1 % der Bevölkerung gesprochen, dazu zählen Guaraní, Makú, Tupi und Gês, wobei die letzten beiden vorrangig im Amazonasgebiet verbreitet sind, wo der Einfluss der Europäer gering blieb. In den Küstengegenden sind die Indianersprachen praktisch vollständig verdrängt worden. Guaraní hatte zu Kolonialzeiten eine größere Bedeutung und ist nur knapp daran gescheitert, Amtssprache des Landes zu werden. Insgesamt werden in Brasilien 188 verschiedene Sprachen und Idiome gesprochen.

Aufgrund der Einwanderung gibt es in Brasilien zahlreiche Minderheitensprachen. Etwa 1,5 Millionen Brasilianer sprechen Deutsch als Muttersprache, 500.000 Italienisch, 380.000 Japanisch und 37.000 Koreanisch. Dabei muss berücksichtigt werden, dass bei den Sprachminderheiten die Zahl der Sprecher sehr optimistisch berechnet ist. Diese Volksgruppen gehörten teilweise zu den ersten Siedlern und ihre Nachfahren verstehen fast nur noch Portugiesisch. In den Ortschaften, die als Zentren für Einwanderer galten, entstanden oftmals brasilianische Dialekte der Einwanderersprache. Beispiele sind Talian, brasilianisches Italienisch, oder das Riograndenser Hunsrückisch.

Bis ins 20. Jahrhundert hinein gab es (besonders im Süden) ganze Gemeinden, in denen ausschließlich Deutsch oder Italienisch gesprochen wurde, da insbesondere die deutschen Auswanderer und deren Nachfahren über eine gute Infrastruktur aus Schulen, Vereinen u.ä. verfügten und zumeist in relativ geschlossenen Kolonien lebten. Als während des autoritären Regimes des Estado Novo (1937–1945) eine Nationalisierungskampagne durchgeführt wurde, geriet die deutsche Gemeinschaft zunehmend unter Druck, da der Staat den Assimilierungsprozess forcierte. Der Eintritt Brasiliens in den Zweiten Weltkrieg bot den entsprechenden Anlass, um die Sprachen der Feindstaaten zu verbieten und deutsche und italienische Schulen zu schließen, woraufhin das Portugiesische auch in diesen Ortschaften Einzug hielt.

Englisch ist als Fremdsprache noch nicht so etabliert wie in europäischen Ländern. Obwohl Englisch normalerweise in den Schulen unterrichtet wird, fasst die Sprache nur langsam Fuß in Brasilien. Auch in den Großstädten ist es nicht selbstverständlich, dass die Leute Englisch sprechen oder verstehen. Für gewöhnlich verstehen die Brasilianer aber zumindest ansatzweise Spanisch, auch wenn sie die Sprache selbst nicht sprechen. In den Grenzgebieten zu anderen südamerikanischen Ländern bildete sich das sogenannte Portunhol heraus, eine Mischsprache aus Portugiesisch und Spanisch, das die Verständigung erleichtert. Besonders im Grenzgebiet zu Paraguay ist diese Mischsprache häufig anzutreffen. Dies vor allem deshalb, weil die Grenzstadt Ciudad del Este ein wichtiger Handelsplatz für die brasilianischen Straßenhändler („Sacoleiros“) ist.

Bevölkerungsdichte in Brasilien

Dienstag, 17. Februar 2009

Etwa 90 % der Bevölkerung konzentrieren sich auf die Bundesstaaten der Ost- und Südküste Brasiliens, wo es eine Bevölkerungsdichte von 20 bis über 300 Einwohner/km² gibt. Der Rest Brasiliens, mit dem Amazonas und den Bergregionen, hat zwar die weitaus meiste Fläche, aber nur eine Bevölkerungsdichte von unter 5 bis 20 Einwohner/km². Nur der Bundesstaat Distrito Federal do Brasil (da es der Hauptstadtdistrikt ist) und der Bundesstaat Rio de Janeiro haben eine hohe Bevölkerungsdichte von über 300 Einwohner/km².

Demographische Entwicklung Brasiliens

Freitag, 06. Februar 2009

Die brasilianische Bevölkerung ist sehr jung. Es sind 28,2 % unter 15 Jahre alt, 65,8 % sind 15 bis 64 Jahre alt und nur 6,0 % über 65 (Stand: 2004). Das mittlere Alter beträgt 27,4 Jahre, die mittlere Lebenserwartung liegt bei 71,4 Jahren.

2003 betrug die Geburtenziffer 19,5 Neugeborene auf 1.000 Einwohner. Die durchschnittliche Kinderzahl je Frau betrug 2,1. Die Sterbeziffer betrug 6,7 auf 1.000 Einwohner.

Die Lebenserwartung lag 2003 bei der männlichen Bevölkerung bei 65,4 Jahre und bei der weiblichen Bevölkerung bei 73,3 Jahre.

83,3 % der Bevölkerung leben im Jahr 2003 in den Städten, die sich durch rasantes Wachstum und Wildwuchs auszeichnen; in den Außenbezirken haben sich Favelas genannte Armensiedlungen gebildet.

Der Unterschied zwischen Arm und Reich ist in kaum einem Land so groß wie in Brasilien. Dies gilt besonders bei der in der Landwirtschaft tätigen Bevölkerung. So waren bis 1998 2,8 % der Bauern Großgrundbesitzer mit zusammen 57 % der gesamten Agrarfläche, wohingegen 90 % der Bauern sich 22 % der Nutzfläche teilen müssen. Etwa 5 Millionen Familien gelten als landlos. Afro-Brasilianer, die 7 % der Bevölkerung ausmachen, sind überproportional in der armen Bevölkerung vertreten. Nicht viel besser ergeht es den Indios. Ein Gleichstellungs- und Anti-Hunger-Programm gilt seit 2003.

Flora und Fauna

Dienstag, 03. Februar 2009

Noch vor Kolumbien, Mexiko und Indonesien ist Brasilien das artenreichste Land der Erde. Entdeckt wurden bislang rund 3.000 Wirbeltier-, 3.000 Süßwasserfisch-, 55.000 Blütenpflanzen-, 517 Amphibien- und 51 Primaten-Arten. Allein 207 dieser Tierarten sind vom Aussterben bedroht. Auch der Wald verkleinert sich stetig. Zu frühen Kolonialzeiten war noch etwa 60 % der Landesfläche mit Wald bedeckt, heute ist es nur noch ein Drittel davon.

Der immergrüne tropische Regenwald im Amazonasbecken ist das größte zusammenhängende Waldgebiet. Bislang wurden mehr als 2.500 Baumarten entdeckt. Fast alle dieser bis zu 60 m hohen Bäume finden sich im von Überschwemmungen verschonten Eté-Wald der Terra firme, die wiederum 98 % des Amazonasgebiets umfasst. Außerdem wachsen in diesem Gebiet u.a. der Gummibaum (caucho), verschiedene Farb- und Edelhölzer (z. B. Palisander), Fruchtbäume (z. B. Paranussbaum) und Heilpflanzen. Auffällig sind die ca. 1.000 verschiedenen Farn- und Orchideenarten. Neben der terra firme gibt es die Várzea, die bei Hochwasser überschwemmt ist. Dort wachsen Jupati- und Miriti-Palmen. Das Igapó-Gebiet ist dagegen ständig überschwemmt. Als typische Pflanze in diesem Gebiet gilt die Açaí-Palme. Auf dem Amazonas, aber vor allem auf seinen Nebenflüssen, wachsen Seerosen, dessen Blüten 30 bis 40 cm groß werden können. Entlang der Küste Amazoniens (mit Ausnahme der eigentlichen Amazonasmündung) finden sich ausgedehnte Mangrovenwälder, die allerdings mit sechs Mangrovenbaum-Arten verhältnismäßig artenarm sind.

Besonders bekannt sind im gesamten Amazonasgebiet vor allem Papageien, Tukane und Kolibris. Es sind etwa 1.500 Insekten- und Schmetterlingsarten bekannt. Größere Waldtiere sind der Tapir, das Wildschwein, der Jaguar und der Puma. Daneben bevölkern Wildkatzen, Affen, Faultiere, Gürteltiere und Ameisenbären den Regenwald. Auch zahlreiche Fischarten (ca. 1.500) sind im Amazonas beheimatet. Darunter der größte bekannte Süßwasserfisch der Welt: Der Pirarucú ist 2 m lang und wiegt etwa 100 kg. Ein Zitteraal, der 800-Volt-Stromschläge austeilt, und die Piranhas, gut 30 cm lang, sind ebenso spektakulär.

Der äußerste Nordosten Brasiliens, früher ebenso aus Regenwald bestehend, wird mittlerweile fast ausschließlich für Zuckerrohr-Plantagen und den Anbau von Baumwolle genutzt. Vereinzelt lassen sich noch Mangroven und Palmenhaine finden.

Das halbwüstenähnliche Bergland im Zentrum und Süden des Landes (Sertão) ist mit Baumsavanne bewachsen, der Nordosten dieser Region ist mit Laubbäumen durchsetzte Strauchsavanne. Ferner sind die Tiervorkommen in dieser Region klein. Nur wenigen Tieren wie dem Ameisenbär oder dem Gürteltier genügen die Bedingungen.

Das Pantanal weist dagegen eine große Tier- und Pflanzenvielfalt auf. Die Sumpfregion im Mittelwesten Brasiliens steht sieben Monate im Jahr unter Wasser. Höher gelegene Gebiete der Region sind überwiegend Savanne.

Im Südosten dominieren Kaffeeplantagen und Weiden für Rinder, daneben die besiedelten Gebiete. Die ursprüngliche Vegetation ist nur noch in einigen Nationalparks zu finden.

Der Süden zeigt eine subtropische Vegetation, die ursprünglichen Araukarienwälder wurden für den Export zerstört. Diese Bäume erreichen eine Höhe von bis zu 40 m und sind Lebensraum für Affen und zahlreiche andere Tierarten. Heute sind Niedergrassteppen in dieser Region häufiger.

Brasilianische Inseln

Dienstag, 03. Februar 2009

Zum brasilianischen Hoheitsgebiet gehören auch einige Inseln im Atlantischen Ozean. Die etwa 800 km vor der brasilianischen Küste gelegenen Sankt-Peter-und-Sankt-Pauls-Felsen, die nur mit einem Leuchtturm bebaut sind, gehören genauso zum Land wie die ehemalige Sträflingskolonie Fernando de Noronha, die nicht weit von der Felsgruppe entfernt ist. Beide liegen auf dem mittelatlantischen Rücken. Vulkanischen Ursprungs sind die Inseln Trindade und Martim Vaz, die zum Bundesstaat Espírito Santo gehören. Das ovalförmige Atoll das Rocas erstreckt sich über mehrere Kilometer und wurde aufgrund der außergewöhnlichen Tier- und Pflanzenwelt als Weltnaturerbe aufgenommen.

Die größte Insel Brasiliens aber liegt im Amazonas: die Insel Marajó. Sie ist die größte Flussinsel der Welt und mit einer Fläche von etwa 48.000 km² größer als beispielsweise die Schweiz. Da aber große Teile in der Regenzeit überschwemmt sind, ist die Insel nur an einigen Orten besiedelt. Auch die Bananalinsel gehört mit ihrer Fläche (20.000 km²) zu den größten Flussinseln der Welt. Sie liegt in einem Nationalpark im Bundesstaat Tocantins im Rio Araguaia und ist immer noch größer als beispielsweise Jamaika.

Flüsse und Gewässer in Brasilien

Freitag, 30. Januar 2009

Der mit Abstand wichtigste Fluss Brasiliens ist der Amazonas, größter Fluss der Erde (6.448 km lang), mit seinen Nebenflüssen. Die bedeutendsten Zuflüsse sind der Río Purús, der Rio Negro und der Rio Tapajós.

Im Osten an der Grenze zu Argentinien befindet sich der Fluss Iguaçu mit dem gleichnamigen Nationalpark. Darin die Iguaçu-Wasserfälle, welche dreimal größer als die Niagarafälle sind. Der Paraná (3.998 km) ist wegen des zweitgrößten Wasserkraftwerkes der Welt (Itaipú) bekannt.

Die Lagoa dos Patos bei Porto Alegre ist mit über 10.000 km² die größte Lagune Brasiliens und die zweitgrößte Südamerikas. Danach kommt die weniger als halb so große Lagoa Mirim, südlich der Stadt Rio Grande.

Nachfolgende eine Übersicht aller brasilianischen Flüsse in alphapetischer Reihenfolge:

Acaraú – Acre – Alpercatas – Amapari – Amazonas (Rio Solimões) – Anauá – Antas – Apa – Apodi – Aporé – Araguaia – Araguari – Arapiuns – Arinos – Aripuanã – Braço Menor – Branco – Canindé – Canoas – Capim – Carimataú – Carinhanha – Chandless – Coari – Contas – Corrantes – Corumbá – Cotaxé – Crixás Mirim – Cuíabá – Curuá – Doce – Formosa – Fresco – Garças – Grajaú – Guaporé – Gurguéia – Gurupí – Iaco – Ibícul – Iguaçu – Ijuí – Itabapoana – Itajai Açu – Itapecuru – Itapemirim – Ival – Jaceré – Jaciparaná – Jacuí – Jacuipe – Jaguarão – Jaguari – Jamari – Jamenxim – Japurá – Jari – Jaru – Jaú – Jauaperi – Jaupés – Jequitinhonha – Jiparaná ou Machado – Juruá – Juruena – Jutaí – Macaé – Machadinho – Madeira – Maicuru – Majari – Manuel Alves – Mapari – Marié – Maú – Mirande – Mogi-Guaçu – Mortes – Moxotó – Mucajaí – Mundaú – Negro – Oiapoque – Pajeú – Palma – Pará – Parabuina – Paracatu – Paraguaçu – Paraguai – Paraíba – Paraná – Paraná do Ouro – Paranaíba – Paranapanema – Pardo – Parima – Parnaiba – Paru – Pelotas – Peixe – Perdido – Piaui – Pimenta Bueno – Pìndaré – Piorini – Piquíri – Piranhas – Poti – Preto – Purus – Putumayo – Ribeira – Rio dos Bojs – Rio Grande – Roosevelt – Sangue – Santa Joana – Santa María – São Francisco – São Jose – São Lourenço – São Mateus – São Miguel – Seridó – Sono – Surumu – Tacutu – Tapajós – Tapauá – Taquari Novo – Tarauacá – Teles Pires – Tibalí – Tietê – Tocantins – Trombetas – Turvo – Uná – Uraricoera – Uruçui-Preto – Urucula – Uruguai – Vacacai – Vaza-Barris – Verde Grande – Vitória – Xingu

Die höchsten Berge

Freitag, 30. Januar 2009

Der höchste Gipfel Brasiliens ist der 2.994 m hohe Pico da Neblina, der 1965 zum ersten Mal bestiegene zweithöchste Berg, der Pico 31 de Março (2.973 m), liegt der Pico da Neblina im gleichnamigen Nationalpark nahe der Grenze zu Venezuela und Guyana. Dritt höchster Berg ist der Pico da Bandeira (2.891 m). Berühmter noch ist der Corcovado (Brasilien), der mit seinen 710 m einen spektakulären Blick über Rio de Janeiro bietet. Auf ihm steht die 30 m hohe Erlöser-Statue.